Geschichte des TSV

Nachfolgend wollen wir Ihnen einen Überblick über die Geschichte des TSV geben, von den Anfängen in 1911 bis hin zur heutigen Zeit.

Der Verein wurde 1911 unter dem Namen "Turnverein Schnait" gegründet; den heutigen Namen "Turn- und Sportverein Schnait 1911" trägt der Verein seit seiner Neugründung nach dem 2. Weltkrieg im Jahre 1946.


Von den Anfängen 1911 bis zur Zwangsauflösung 1945

1911 war am 30. Juli die Gründungsversammlung, im Gasthaus „Zum Hirsch“. Initiator und erster Vorstand: Gottlob Häfner sen., in der Staigstrasse (heute Weinstr.). Erster Turnplatz mit Geräteschuppen war oben am Ortsende, rechts der Weinstrasse.
Anfängliche Vereinsstärke: 30 erwachsene Turner und 7 „ Zöglinge" unter 17 Jahren.

1913 zieht der Verein um auf den Platz am Schafstall beim Schloss (heute Silcherstr.1). Erste Teilnahme an einem Sportfest, dem Gauturnfest in Waldstetten; dabei errang der junge Verein den 2.Platz mit Kranz. 

Politische Streitereien spalteten den Turnverein. Es entstand parallel in Schnait ein zweiter Verein mit dem Namen „Freier Turnverein“, auch „Arbeiterturnverein“ genannt. Außer Turnen wurde dort auch Fußball und Faustball gespielt.

1914 Beginn des 1.Weltkrieges. Der Verein verliert nach und nach alle Turner durch Tod, Verwundung oder Gefangenschaft, so dass der Sportbetrieb zuletzt ganz eingestellt werden musste. 

1919 gelang es dem „Freien Turnverein“, die wenigen noch verbliebenen jungen Turner abzuwerben. 

1921 jedoch kamen diese geschlossen wieder zurück in den „Deutschen Turnverein“, also dem Stammverein "Turnverein Schnait". Die Vorstandschaft übernahm der aus der Gefangenschaft heimgekehrte vorherige Vorstand Gottlieb Vaihinger. 
Beim Gauturnfest in Heubach erzielte der Verein unter der Leitung von Adolf Lenz den 1. Preis sowie 3 Einzelsiege.

1922 Kreisturnfest in Esslingen. Wieder kam der Verein mit dem ersten Preis und 7 Kranz-Siegern nach Hause. Vorstand wird Friedrich Ellwanger (Gärtner-Ellwanger).

1923 fand am 3. Juni das große Fest der Fahnenweihe statt; die Fahne selbst war im Jahr zuvor für 25.000 Reichsmark in Biberach gekauft worden. 
Bei der Generalversammlung am 28. Juli im „Hirsch“ fehlten beim Appell 3 Mitglieder, die mit je 5.000 Mark bestraft wurden.

1924 gründete der Verein einen Spielmannszug, mit drei Pfeifen und drei Trommeln.

1926 wurde die erste Damenriege gegründet. Die Leitung hatte Ernst Vaihinger.
Im selben Jahr kaufte der Verein den 10,5 Ar großen Turnplatz in den Weilerwiesen am Bach und baute darauf einen Turnschuppen aus Holz. Gesamtkosten: 4.800 Mark (der Turnschuppen steht heute noch - nach über 90Jahren). 

1928 Deutsches Turnfest in Köln, von welchem Oskar Sperber als Sieger heimkehrte. Bei den Gaumeisterschaften in Lorch wurde Eugen Kiesel (Adlerwirt in Baach) 1. Sieger. 
Zusammen mit dem Musikverein wurde im Wald beim „Hohlen Stein“ das Theaterstück „Und der Bauer stund auf im Lande“ inszeniert, ein Stück über den Bauernkrieg 1525. 

1930 begannen turnerische Glanzzeiten. Vorstand wurde in diesem Jahr Ernst Vaihinger.

1933 war der Höhepunkt das Deutsche Turnfest in Stuttgart. Die Vereinsriege wurde mit dem 1. Preis ausgezeichnet. 

1937 wurde beim Gauturnfest in Schwäbisch Gmünd der Turner Walter Lauffer im Geräte- Zehnkampf 1. Sieger. 

1939 hatte der Ausbruch des 2. Weltkrieges auch für den Turnverein verheerende Folgen. Weil 1942/43 alle Turner im Krieg waren, musste der Turnbetrieb eingestellt werden. 

1945 wurde der Turnverein von der Militärregierung formell aufgelöst und verboten, sowie das Vereinsvermögen beschlagnahmt. 

1912 - Stiftungsfest des "Turnverein Schnait"


1922 - Vereinsriege beim Kreisturnfest in Esslingen


1926 - erste Damenriege unter Leitung von Ernst Vaihinger


1937 - beim Gauturnfest in Schwäbisch Gmünd


Von der Neugründung 1946 bis zum 75- jährigen Jubiläum 1986

1946 fand am 2. März im „Grünen Baum“ eine von den Amerikanern genehmigte Versammlung zur Neugründung des Vereins statt. Es wurde u.a. beschlossen, dem Verein den neuen Namen "Turn- und Sportverein Schnait 1911" zu geben. Vorstand wurde Albert Pfizenmayer, stellvertretend für Ernst Lenz, der zwar gewählt, jedoch noch nicht „entnazifiziert“ war. Albert Pfizenmayer wurde beauftragt, bei der Militärregierung die Neuzulassung des Vereins und die Freigabe des beschlagnahmten Vereinsvermögens zu beantragen. 

1949 starteten Bestrebungen, einen Sportplatz zu bauen, da der vorhandene Turnplatz zu klein sowie von Privatgrundstücken und dem Bach eingegrenzt war. Mit der Unterstützung des Bürgermeisters Ludwig Hecht konnte sich der Verein auf das Gelände in den „Seen“ (en de Sai) konzentrieren. 

1951 sagte der Gemeinderat seine Unterstützung für den Bau des Sportplatzes sowie zusätzlich einer Turn- und Festhalle zu. 

1954 wurde die Fußballabteilung gegründet. Die Planung des Sportplatzes und der Halle wurde von Roland Häußermann durchgeführt. 

1955 veräußerte der Verein sein gesamtes Vermögen und finanzierte damit zum Teil das Bauvorhaben - gemeinsam mit der Gemeinde. 

1956 wurde der Sportplatz mitsamt Turn- und Festhalle feierlich eingeweiht. Endlich konnte sich die Fußballabteilung an den Spielrunden beteiligen. Zusätzlich gründete Hugo Wörner noch eine Handballmannschaft, die allerdings nur bis 1959 aktiv war, weil einige Spieler zur Fußballabteilung wechselten.

1961 feierte der TSV sein 50-jähriges Jubiläum, mit feierlichem Festakt und vielen sportlichen Veranstaltungen. 

1964 erklärte der Vorstand Ernst Lenz, nach nunmehr 18 Jahren Amtszeit, seinen Rücktritt. Franz Schwerdt wurde zum neuen Vorstand gewählt.
Zur Weihnachtsfeier organisiert Karl Vollmer ein Theaterstück und rief dadurch die Theatergruppe des Vereins ins Leben, die bis 1984 ein fester Bestandteil im kulturellen Teil des Vereins war. 

1966 erfolgte die Gründung der Frauengymnastik unter der Leitung von Annelotte Badinski, die diese Gruppe über 18 Jahre betreute. 

1972 plante der Verein den Bau eines Vereinsheimes mit Gaststätte und Kegelbahn; der Kostenvoranschlag betrug 220.000 DM. Diese Pläne wurden jedoch wieder verworfen, da das Geld für die Reparatur des Sportplatzes benötigt wurde, der zu einem Hartplatz umgebaut wurde. 

1973 wurde von der Gemeinde die erste Hallen-Erweiterung beschlossen. Noch im selben Jahr wurde mit dem Bau von Gaststätte, Foyer sowie einer Kegelbahn begonnen. Die Fertigstellung erfolgte im darauffolgenden Jahr.

1974 wurde bei der Generalversammlung Karl Vollmer als Nachfolger von Franz Schwerdt zum neuen Vorstand gewählt.

1976 gründete der Verein die Turngruppe „Mutter und Kind“. Die Leitung übernahm Hilde Bischoff. Die „Muki“ ist bis heute im Sportangebot des Vereins fester Bestandteil. 
Die Abteilung Tischtennis wurde in diesem Jahr ebenfalls gegründet. Initiatoren waren Horst Lebisch und Wolfgang Neumann.

1979 beantragte Karl Vollmer anhand eines Planentwurfs den Anbau von Umkleideräumen und Duschen an die Halle, welche bislang noch nicht vorhanden waren. Nach 6 Jahren konnten diese Räumlichkeiten dann bezogen werden.

1980 wurde die Leichtathletik aus der Turnabteilung herausgetrennt. Damit entstand die selbständige Leichtathletikabteilung.
Diese gründete unter der Initiative von Horst Gerhardt den Volkswandertag, der 1981 zum ersten Mal veranstaltet wurde. 

1984 konnten Angelika Stiner und Klaus Metzger für die Abteilung Turnen gewonnen werden, wodurch die Abteilung einen positiven Auftrieb erfuhr und bis heute unter der Leitung des Ehepaares Metzger sehr erfolgreich ist. 

1986 beging der Verein sein 75-jähriges Jubiläum mit einem mehrtägigen Fest und zahlreichen Sportveranstaltungen. Höhepunkt war ein Gedenkmarsch der Vereinsmitglieder vom ehemaligen ersten Turnplatz zur Halle; voraus marschierte der Musikverein. 

1950 - Gaukinderturnfest in Grossheppach


ca 1960 Fussball A-Jugendmannschaft


1963 - Leichtathleten beim Deutschen Turnfest in Essen


1970 - Gaukindertreffen in Urbach


1986 - Gruppenbild zum 75 jährigen Bestehen des TSV

Die Zeit seit 1986

1988 übernahm Horst Gerhardt die Leitung der Abteilung Leichtathletik und betätigte sich als Initiator zur Gründung der Leichtathletik-Gemeinschaft „LG Weinstadt“. Darin waren alle fünf Ortschaften von Weinstadt vertreten; die Sportler starteten unter diesem Namen bei Wettkämpfen in der Leichtathletik. 

1997 trat Karl Vollmer nach 22 Jahren Amtszeit als Vorstand zurück. Bei der Mitglieder-Versammlung wurde Heike Schier zur neuen Vorsitzenden gewählt. 

1998 wurde Anja Reinhardt im 3000-Meter-Lauf Württembergische Meisterin. Gleichzeitig wurde Daniel Lenz über 5000 Meter internationaler Deutscher Hochschulmeister. Beide waren in den Jahren danach sehr erfolgreich. 

2000 musste die Fußballabteilung aufgelöst werden, da nicht mehr genügend aktive Spieler für den Mannschafts- Spielbetrieb vorhanden waren. Die Abteilung wurde an den FV Weinstadt abgegeben. 
Durch einen Brand in der elektrischen Anlage am 01.Oktober stand die Halle für einige Monate nicht für den Sportbetrieb zur Verfügung. Die Turnabteilung konnte vorübergehend in der leer stehenden Lagerhalle der Schnaiter Bank unterkommen, die Gymnastik in der Schulturnhalle; die Tischtennis- Jugendlichen konnten beim TSV Beutelsbach trainieren.

2003 war das Sportangebot des TSV sehr umfangreich, die Kapazitätsgrenze der Halle erreicht. Überlegungen, eine Gymnastikhalle zu bauen, scheiterten bei einer Abstimmung an der Ablehnung der Mitglieder sowie an der Finanzierung.

2007 trat die 1. Vorsitzende Heike Schier nach 10 Jahren zurück. Neu gewählt wurde Karl Vollmer, der bereits von 1975-1997 dieses Amt inne hatte.

2010 / 2011 wurde Dirk Metzger in beiden Jahren Gaumeister im Geräteturnen. Beim Regio-Finale erreichte er ebenfalls den 1. Platz mit Goldmedaille. 

2011 feierte der TSV Schnait sein 100-jähriges Jubiläum. Insgesamt fünf Veranstaltungen im Zeichen des 100-Jährigen wurden durchgeführt. Abschließend wurde am 8. Oktober die neue „Turner-Eiche“ auf dem Vorplatz der Schnaiter Halle gepflanzt. 

2012 trat der Vorsitzende Karl Vollmer von seinem Amt - nach insgesamt 27 Jahren als 1. Vorsitzender - zurück; er wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Als neue Vorsitzenden wurden als Doppelspitze Annette Bischoff und Karl-Hans Lenz gewählt. 

2013 vollzog der TSV die Verschmelzung mit der Versehrtensportgemeinschaft "VSG Weinstadt-Remshalden", die jetzt als weitere Abteilung im Verein ihren festen Platz hat. Der TSV ist seitdem  Mitglied im Württembergischer Behinderten- und Rehabilitationssportverband e.V (wbrs) und bietet zertifizierten Reha- Sport an.

2015 tritt Annette Bischoff zurück. Alleiniger 1. Vorsitzender bleibt Karl-Hans Lenz.
Der Volkswandertag wird zum 35. Mal durchgeführt.

2016 wird die Abteilung Leichtathletik "ruhend" gestellt, nachdem zum Jahresende 2015 die LG Weinstadt im Zusammenhang mit der Gründung der SG Weinstadt aufgelöst worden ist.

Daniel Lenz und Anja Reinhardt beim Rebenlauf


2000 - Pyramide beim Sportfest in Weinstadt


2008 - Dirk Metzger gewinnt beim Gaukinderturnfest

Im Wandel der vergangenen 105 Jahre bzw. 70 Jahre seit Neubeginn nach dem Krieg machte der TSV Schnait mit Höhen und Tiefen eine positive Entwicklung durch und kann heute mit mehr als 750 Mitgliedern ein breit gefächertes Sportangebot mit erfahrenen und lizenzierten Übungsleiterinnen, Übungsleitern und Trainern anbieten.


Eine ausführliche Vereinsgeschichte, in allen seinen Einzelheiten und mit vielen Anekdoten und Bildern, kann in der Vereinschronik 1911 – 2011 nachgelesen werden, die aus Anlass des 100-  jährigen Jubiläums 2011 erschienen ist. Die Chronik ist in der Geschäftsstelle zum Preis von 12,00 € erhältlich.

Herzlichen Dank an Karl Vollmer für die Zusammenstellung der wichtigsten Daten aus der Geschichte des TSV Schnait.


Chronik TSV Schnait 1911 - 2011